Medizinische Fachangestellte
Medizinische Fachangestellte organisieren den Ablauf in Arztpraxen und Ambulanzen, assistieren bei Untersuchungen und Behandlungen und rechnen ärztliche Leistungen ab. Der Beruf ist ein dualer Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz.
99 offene Stellen für diesen Beruf, Stand heute.
Was der Beruf zahlt
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.300 € | 2.550 € | 2.850 € | 30.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.550 € | 2.850 € | 3.250 € | 34.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.000 € | 3.400 € | 4.100 € | 40.800 € |
Maßgeblich ist der Gehaltstarifvertrag für Medizinische Fachangestellte zwischen AAA und vmf, der aber nur gilt, wenn die Praxis tarifgebunden ist oder der Arbeitsvertrag darauf verweist; eingestuft wird dort nach Berufsjahren und Tätigkeitsgruppe, sodass Fortbildungen und Leitungsaufgaben das Gehalt deutlich erhöhen. In Krankenhausambulanzen und im öffentlichen Dienst gelten oft TVöD oder TV-L, bei kirchlichen Trägern die jeweiligen Arbeitsvertragsrichtlinien.
Orientierungswerte, keine amtliche Statistik: abgeleitet aus veröffentlichten Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen, nicht selbst gemessen. Wo ein Tarifvertrag gilt, ist er die genauere Quelle. Wo keiner gilt, entscheiden Praxis oder Träger, Region, Zusatzqualifikationen und das Gespräch – und die Spanne ist dann breiter, als drei Zeilen zeigen können.
Jahresbrutto = 12 × Monatswert, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld und ohne Zuschläge für Nacht-, Wochenend- oder Notdienste – die hängen am Arbeitgeber und am Dienstplan.
Der Beruf im Alltag
Was macht eine Medizinische Fachangestellte?
Medizinische Fachangestellte, kurz MFA, arbeiten an der Schnittstelle zwischen Patienten, Ärztinnen und Ärzten und der Verwaltung. Am Empfang nehmen sie Patienten auf, lesen die Versichertenkarte ein, vergeben Termine und beantworten Anrufe. Im Behandlungsbereich nehmen sie Blut ab, schreiben EKGs, legen Verbände an, verabreichen Injektionen nach ärztlicher Anordnung, bereiten Untersuchungen vor und assistieren bei kleinen Eingriffen. Dazu kommen Laborarbeiten, die Aufbereitung von Instrumenten nach den Hygienevorgaben und die Pflege der Patientenakte. Im Hintergrund rechnen sie Leistungen nach EBM für gesetzlich Versicherte und nach GOÄ für Privatpatienten ab, kümmern sich um Rezepte, Überweisungen und Bescheinigungen und bestellen Praxisbedarf. Wie die Arbeit gewichtet ist, hängt stark vom Fachgebiet ab: In einer Hausarztpraxis überwiegen Empfang, Blutabnahme und Chronikerbetreuung, in einer chirurgischen oder orthopädischen Praxis Assistenz und Wundversorgung, in einer Dialyse oder Onkologie die Betreuung von Patienten über viele Stunden.
Wie wird man Medizinische Fachangestellte?
Der Beruf ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz. Die duale Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und findet in der Praxis und an der Berufsschule statt; bei guten Leistungen oder höherem Schulabschluss ist eine Verkürzung möglich. Die Abschlussprüfung wird vor der zuständigen Landesärztekammer abgelegt. Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben, die meisten Praxen erwarten aber mindestens einen mittleren Schulabschluss. Quereinsteigende aus Pflege oder Verwaltung werden in vielen Praxen als Praxishilfe eingesetzt, für die Bezeichnung als MFA ist jedoch der Berufsabschluss nötig; mit ausreichender Berufserfahrung ist eine Externenprüfung möglich.
Was der Beruf verlangt
Der Alltag ist eng getaktet. Volle Wartezimmer, ständig klingelnde Telefone, Notfälle zwischen festen Terminen und ungeduldige oder schwer kranke Patienten gehören dazu. MFA müssen gleichzeitig freundlich, genau und schnell sein und auch unter Druck die Schweigepflicht und Hygienevorgaben einhalten. Der Kontakt mit Blut und Infektionskrankheiten ist Teil der Arbeit. Die Arbeitszeiten richten sich nach den Sprechzeiten: Viele Praxen beginnen früh am Morgen, haben lange Nachmittagssprechstunden an einzelnen Tagen und teils Samstagstermine; dafür sind freie Nachmittage verbreitet. Teilzeit ist häufig möglich. Viele Beschäftigte empfinden die Vergütung im Verhältnis zur Verantwortung als knapp, zumal ein großer Teil der Praxen nicht tarifgebunden ist.
Aussichten
MFA werden bundesweit gesucht, in Hausarztpraxen ebenso wie in Facharztpraxen und Medizinischen Versorgungszentren. Weiterentwicklung ist über Fortbildungen der Ärztekammern möglich, etwa zur Nichtärztlichen Praxisassistentin oder als Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis, die Hausbesuche übernehmen kann, oder über Spezialisierungen in Bereichen wie Onkologie, Dialyse oder ambulantes Operieren. Die Aufstiegsfortbildung zur Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung qualifiziert für die Praxisleitung und das Praxismanagement. Wer weiter möchte, findet Wege über Studiengänge im Gesundheitsmanagement oder in der Medizinischen Assistenz sowie Stellen in Krankenhausambulanzen, bei Krankenkassen, in der Abrechnung oder im betriebsärztlichen Dienst.
Aufgaben
- Patienten am Empfang aufnehmen und Termine vergeben
- Blut abnehmen, EKG schreiben und Vitalwerte messen
- bei Untersuchungen und kleinen Eingriffen assistieren
- Injektionen und Verbände nach ärztlicher Anordnung durchführen
- Instrumente nach Hygieneplan aufbereiten
- Leistungen nach EBM und GOÄ abrechnen
- Rezepte, Überweisungen und Bescheinigungen vorbereiten
- Praxisbedarf und Medikamentenvorrat verwalten
Voraussetzungen
- abgeschlossene Ausbildung als Medizinische Fachangestellte vor der Ärztekammer
- in der Regel mittlerer Schulabschluss für den Ausbildungsplatz
- sicherer Umgang mit Praxissoftware und Abrechnungsregeln
- Belastbarkeit bei Zeitdruck und hohem Patientenaufkommen
- Freundlichkeit und Durchsetzungsvermögen im Umgang mit Patienten
- Sorgfalt bei Hygiene und Datenschutz
- keine Scheu vor Blut und Infektionsrisiken
Arbeitsorte
- Hausarzt- und Facharztpraxen
- Medizinische Versorgungszentren
- Krankenhausambulanzen
- Dialysezentren
- betriebsärztliche Dienste und Gesundheitsämter
Ausbildung und Weg hinein
Die duale Ausbildung in einer Arztpraxis und an der Berufsschule dauert in der Regel drei Jahre und endet mit der Abschlussprüfung vor der Landesärztekammer. Eine Verkürzung ist bei guten Leistungen oder entsprechender Vorbildung möglich.