Medizinische Fachangestellte für die nephrologische Praxis
Medizinische Fachangestellte in der nephrologischen Praxis betreuen Patientinnen und Patienten mit Nierenerkrankungen, assistieren in der Sprechstunde und arbeiten häufig im angeschlossenen Dialysezentrum mit. Neben Labor, Organisation und Abrechnung gehört dort die Betreuung während der Blutwäsche zum Alltag.
7 offene Stellen für diesen Beruf, Stand heute.
Was der Beruf zahlt
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.400 € | 2.700 € | 3.100 € | 32.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.700 € | 3.100 € | 3.500 € | 37.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.100 € | 3.500 € | 4.100 € | 42.000 € |
Das Gehalt hängt vor allem davon ab, ob die Praxis den Gehaltstarifvertrag für Medizinische Fachangestellte anwendet oder ein großer Dialyseträger mit eigenem Haustarif arbeitet, sowie von Dialyseerfahrung und Fortbildungen. Zuschläge für Samstags-, Früh- oder Nachtdialysen sind in den Zahlen nicht enthalten und können das Einkommen spürbar erhöhen.
Orientierungswerte, keine amtliche Statistik: abgeleitet aus veröffentlichten Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen, nicht selbst gemessen. Wo ein Tarifvertrag gilt, ist er die genauere Quelle. Wo keiner gilt, entscheiden Praxis oder Träger, Region, Zusatzqualifikationen und das Gespräch – und die Spanne ist dann breiter, als drei Zeilen zeigen können.
Jahresbrutto = 12 × Monatswert, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld und ohne Zuschläge für Nacht-, Wochenend- oder Notdienste – die hängen am Arbeitgeber und am Dienstplan.
Der Beruf im Alltag
Was macht eine Medizinische Fachangestellte in der nephrologischen Praxis?
Nephrologische Praxen behandeln Menschen mit chronischer Nierenschwäche, Bluthochdruck, Nierenentzündungen oder nach einer Nierentransplantation. Viele dieser Praxen betreiben ein eigenes Dialysezentrum oder arbeiten eng mit einem zusammen. Entsprechend teilt sich die Arbeit in zwei Bereiche. In der Sprechstunde nimmt die MFA Patienten auf, misst Blutdruck, nimmt Blut ab, sammelt und verschickt Urinproben, schreibt EKGs und bereitet Ultraschalluntersuchungen der Nieren vor. Sie führt Medikamentenpläne nach, koordiniert Termine mit Transplantationszentren, Kliniken und Hausärzten und rechnet Leistungen nach EBM und GOÄ ab, einschließlich der Dialysesachkosten.
Im Dialysebereich bereitet sie Geräte und Schlauchsysteme vor, prüft Gewicht und Vitalwerte vor der Behandlung, schließt Patienten nach ärztlicher Anordnung und Einweisung an, punktiert je nach Delegation und Qualifikation den Shunt, überwacht den Verlauf, reagiert auf Blutdruckabfälle oder Alarme und dokumentiert jede Sitzung. Da Dialysepatienten meist dreimal pro Woche über Jahre kommen, entsteht eine enge, langfristige Beziehung zu ihnen.
Wie wird man Medizinische Fachangestellte in der nephrologischen Praxis?
Grundlage ist die dreijährige duale Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten nach Berufsbildungsgesetz mit Abschlussprüfung vor der Ärztekammer. Eine eigene Ausbildung für die Nephrologie gibt es nicht. Das Fachwissen kommt durch die Einarbeitung in der Praxis und durch Fortbildungen, etwa die curricularen Fortbildungen der Ärztekammern zum Bereich Dialyse oder Nephrologie sowie Herstellerschulungen für die Geräte. Auch MFA aus anderen Fachrichtungen wechseln häufig in die Nephrologie; Dialysezentren arbeiten neu Eingestellte in der Regel über mehrere Wochen strukturiert ein. Pflegefachkräfte sind im Dialysebereich ebenfalls vertreten und arbeiten oft im selben Team.
Was der Beruf verlangt
Die Dialyse folgt einem festen Rhythmus, meist in Früh- und Spätschichten, oft auch samstags, in manchen Zentren mit Nachtdialyse. Der Arbeitsbeginn liegt häufig sehr früh. Die Arbeit ist körperlich fordernd: viel Stehen, Gehen zwischen den Plätzen, Umgang mit schweren Patienten und Flüssigkeitsbeuteln. Hygiene hat hohen Stellenwert, weil Dialysepatienten infektionsanfällig sind. Komplikationen während der Behandlung verlangen schnelle, ruhige Reaktionen. Belastend kann auch sein, dass viele Patienten schwer chronisch krank sind, sich ihr Zustand über die Jahre verschlechtert und Todesfälle zum Alltag gehören. Gleichzeitig verlangt die Abrechnung genaue Kenntnis der nephrologischen Ziffern und Pauschalen.
Aussichten
Die Zahl der Menschen mit chronischer Nierenerkrankung steigt mit dem Alter der Bevölkerung und der Verbreitung von Diabetes und Bluthochdruck. Dialysezentren suchen dauerhaft qualifiziertes Personal, eingearbeitete Kräfte mit Punktionserfahrung sind gefragt. Wege nach oben führen über die Schichtleitung im Dialysebereich, die Praxisleitung oder Aufstiegsfortbildungen wie die Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung. Wer sich auf Qualitätsmanagement, Hygiene oder Heimdialyse spezialisiert, kann Schulungs- und Koordinationsaufgaben übernehmen. Auch der Wechsel zu großen Dialyseträgern oder in die Medizintechnikbranche als Anwendungsberaterin ist möglich.
Aufgaben
- Dialysegeräte und Schlauchsysteme vorbereiten und Patienten nach Anordnung anschließen
- Shunts punktieren und Dialysebehandlungen überwachen und dokumentieren
- Blut abnehmen, Urinproben bearbeiten und Laborbefunde einsortieren
- Blutdruck, Gewicht und Vitalwerte vor und nach der Behandlung erfassen
- Ultraschalluntersuchungen und Sprechstunden assistieren
- Termine mit Transplantationszentren, Kliniken und Hausärzten abstimmen
- Leistungen und Dialysesachkosten nach EBM und GOÄ abrechnen
- Hygienepläne umsetzen und Geräte aufbereiten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten oder vergleichbare Qualifikation
- Bereitschaft zu Früh- und Spätschichten sowie Samstagsdiensten
- Sicherheit bei Blutentnahme und Bereitschaft zur Punktion
- Körperliche Belastbarkeit für langes Stehen und Gehen
- Ruhe und schnelle Reaktion bei Komplikationen
- Sorgfalt in Hygiene und Dokumentation
- Bereitschaft zu Fortbildungen im Bereich Dialyse und Nephrologie
Arbeitsorte
- Nephrologische Facharztpraxen
- Dialysezentren gemeinnütziger Träger
- Dialysezentren privater Betreiber
- Medizinische Versorgungszentren mit nephrologischem Schwerpunkt
- Nephrologische Ambulanzen von Kliniken
Ausbildung und Weg hinein
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten nach Berufsbildungsgesetz mit Abschluss vor der Ärztekammer. Die Spezialisierung auf Nephrologie und Dialyse erfolgt durch Einarbeitung in der Praxis und curriculare Fortbildungen der Ärztekammern.