Medizinische Fachangestellte für die Plasmaspende
Medizinische Fachangestellte in der Plasmaspende betreuen Spenderinnen und Spender in Plasmazentren und Blutspendediensten: Sie nehmen auf, prüfen Vitalwerte, punktieren, bedienen die Apheresegeräte und überwachen den Ablauf der Spende bis zur Entlassung.
7 offene Stellen für diesen Beruf, Stand heute.
Was der Beruf zahlt
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.400 € | 2.700 € | 3.100 € | 32.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.700 € | 3.000 € | 3.400 € | 36.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.000 € | 3.400 € | 4.000 € | 40.800 € |
Das Gehalt hängt vor allem am Betreiber: Private Plasmazentren zahlen meist nach Haus- oder Einzelvertrag ohne Tarifbindung, DRK-Blutspendedienste nach eigenen Tarifverträgen und Universitätskliniken nach TV-L, kommunale Häuser nach TVöD. Der Gehaltstarifvertrag für Medizinische Fachangestellte gilt hier in der Regel nicht; Zuschläge für Samstags- und Spätdienste sowie Prämien kommen je nach Arbeitgeber hinzu und sind in den Zahlen nicht enthalten.
Orientierungswerte, keine amtliche Statistik: abgeleitet aus veröffentlichten Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen, nicht selbst gemessen. Wo ein Tarifvertrag gilt, ist er die genauere Quelle. Wo keiner gilt, entscheiden Praxis oder Träger, Region, Zusatzqualifikationen und das Gespräch – und die Spanne ist dann breiter, als drei Zeilen zeigen können.
Jahresbrutto = 12 × Monatswert, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld und ohne Zuschläge für Nacht-, Wochenend- oder Notdienste – die hängen am Arbeitgeber und am Dienstplan.
Der Beruf im Alltag
Was macht eine Medizinische Fachangestellte in der Plasmaspende?
Im Plasmazentrum arbeitet die MFA fast die ganze Schicht direkt an Spenderinnen und Spendern. Der Tag beginnt mit der Aufnahme: Personalien prüfen, Spenderausweis und Fragebogen kontrollieren, Gewicht, Blutdruck, Puls und Temperatur messen und aus Kapillarblut Hämoglobin oder Gesamteiweiß bestimmen. Ob jemand spenden darf, entscheidet die Ärztin oder der Arzt des Zentrums; die MFA bereitet diese Entscheidung mit den Messwerten vor. Danach folgt der Kern der Arbeit: die Venenpunktion mit einer vergleichsweise dicken Kanüle, das Anschließen an das Plasmapheresegerät, das Einlegen der Einmalsets und die Überwachung der Spende. Während das Gerät Plasma abtrennt und die Blutzellen zurückführt, achtet die MFA auf Kreislaufprobleme, Citratreaktionen, Blutergüsse und Fehlermeldungen des Geräts und greift ein, wenn es nötig ist. Hinzu kommen Probenröhrchen für das Labor, die lückenlose Dokumentation jeder Spende, das Etikettieren und Einfrieren der Plasmaflaschen sowie die Reinigung der Liegen und Geräte.
Wie wird man Medizinische Fachangestellte in der Plasmaspende?
Grundlage ist die dreijährige duale Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten nach Berufsbildungsgesetz mit Abschlussprüfung vor der Ärztekammer. Eine eigene Ausbildung für die Plasmaspende gibt es nicht. Die Einarbeitung in Punktionstechnik, Apheresegeräte und die Abläufe nach den Vorgaben der Transfusionsmedizin übernimmt das Zentrum selbst, meist über mehrere Wochen mit Begleitung durch erfahrene Kolleginnen. Viele Betreiber stellen auch Pflegefachkräfte, Medizinische Technologinnen für Laboratoriumsanalytik oder andere Gesundheitsfachkräfte ein. Für MFA aus der Hausarzt- oder Facharztpraxis ist der Wechsel gut möglich, sicheres Blutabnehmen ist dabei der wichtigste Vorteil.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist stark standardisiert und wiederholt sich: Aufnahme, Punktion, Überwachung, Abbau, oft Dutzende Male pro Schicht. Wer Abwechslung wie in einer Praxis mit Sprechstunde, Abrechnung und Telefon sucht, findet sie hier kaum. Verlangt werden eine sichere Hand bei schwierigen Venen, Ruhe bei Kreislaufzwischenfällen und Sorgfalt in der Dokumentation, denn Fehler bei Kennzeichnung oder Rückverfolgbarkeit wiegen schwer. Die Zentren haben meist lange Öffnungszeiten, häufig auch abends und samstags, sodass im Früh- und Spätdienst gearbeitet wird. Viel Zeit wird im Stehen und Gehen zwischen den Spenderplätzen verbracht. Viele Spender kommen regelmäßig, was einen freundlichen, aber zügigen Umgang erfordert; an vollen Tagen entsteht spürbarer Zeitdruck, und manche Betreiber messen Durchlaufzahlen.
Aussichten
Der Bedarf an Plasma für die Herstellung von Arzneimitteln ist hoch, und private Plasmazentren wurden in den vergangenen Jahren in vielen Städten neu eröffnet. Entsprechend werden regelmäßig Fachkräfte gesucht, auch in Teilzeit. Neben privaten Betreibern bieten die Blutspendedienste des Roten Kreuzes und transfusionsmedizinische Einrichtungen an Universitätskliniken Stellen. Mit Erfahrung sind Aufgaben als Schichtleitung, Praxisanleitung für neue Kolleginnen, Qualitätssicherung oder stellvertretende Zentrumsleitung möglich. Wer sich weiterentwickeln will, kann über eine Aufstiegsfortbildung wie den Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen in organisatorische Funktionen wechseln. Der Rückweg in die Arztpraxis bleibt offen, wobei Kenntnisse in Abrechnung und Praxisverwaltung nach längerer Zeit im Zentrum aufgefrischt werden müssen.
Aufgaben
- Spenderinnen und Spender aufnehmen und Identität sowie Fragebogen prüfen
- Blutdruck, Puls, Temperatur und Gewicht messen und Hämoglobin bestimmen
- Venen punktieren und an das Plasmapheresegerät anschließen
- Spende überwachen und bei Kreislauf- oder Citratreaktionen eingreifen
- Probenröhrchen abnehmen und für das Labor vorbereiten
- Plasmaflaschen kennzeichnen, dokumentieren und einfrieren
- Spenderplätze und Geräte reinigen und Einmalsets bereitstellen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten oder eine vergleichbare Gesundheitsausbildung
- Sicherheit in der Venenpunktion
- Sorgfalt bei Dokumentation und Kennzeichnung
- Ruhiges Handeln bei Zwischenfällen und Kenntnisse in Erster Hilfe
- Bereitschaft zu Früh- und Spätdiensten sowie Samstagsarbeit
- Körperliche Belastbarkeit für langes Stehen und Gehen
Arbeitsorte
- Private Plasmaspendezentren
- Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes
- Transfusionsmedizinische Institute an Universitätskliniken
- Blutspendeeinrichtungen kommunaler Kliniken
Ausbildung und Weg hinein
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten nach Berufsbildungsgesetz mit Abschlussprüfung vor der Ärztekammer. Die Spezialisierung auf die Plasmaspende erfolgt durch eine mehrwöchige Einarbeitung im Zentrum, eine eigene Fortbildung mit Abschluss ist dafür nicht vorgeschrieben.