MFA in der Blutspende
Medizinische Fachangestellte in der Blutspende nehmen Spenderinnen und Spender auf, prüfen Vorwerte, punktieren und betreuen die Vollblut-, Plasma- oder Thrombozytenspende. Sie arbeiten in Spendezentren oder bei mobilen Spendeterminen unter ärztlicher Verantwortung.
5 offene Stellen für diesen Beruf, Stand heute.
Was der Beruf zahlt
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.500 € | 2.800 € | 3.200 € | 33.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.800 € | 3.150 € | 3.600 € | 37.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.200 € | 3.600 € | 4.200 € | 43.200 € |
Das Gehalt hängt vor allem vom Träger ab: Die DRK-Blutspendedienste zahlen nach eigenen Tarifverträgen, transfusionsmedizinische Einrichtungen an kommunalen oder Universitätskliniken nach TVöD oder TV-L, private Plasmazentren meist ohne Tarifbindung. Zuschläge für Abend- und Wochenenddienste sowie Pauschalen für Reisetätigkeit bei mobilen Terminen kommen hinzu und sind in den Werten nicht enthalten.
Orientierungswerte, keine amtliche Statistik: abgeleitet aus veröffentlichten Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen, nicht selbst gemessen. Wo ein Tarifvertrag gilt, ist er die genauere Quelle. Wo keiner gilt, entscheiden Praxis oder Träger, Region, Zusatzqualifikationen und das Gespräch – und die Spanne ist dann breiter, als drei Zeilen zeigen können.
Jahresbrutto = 12 × Monatswert, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld und ohne Zuschläge für Nacht-, Wochenend- oder Notdienste – die hängen am Arbeitgeber und am Dienstplan.
Der Beruf im Alltag
Was macht eine MFA in der Blutspende?
MFA in der Blutspende arbeiten für Blutspendedienste des Roten Kreuzes, für transfusionsmedizinische Einrichtungen von Kliniken oder für private Plasmaspendezentren. Der Tag beginnt mit der Anmeldung: Personalien und Ausweis prüfen, den Spenderfragebogen ausgeben, Blutdruck, Puls und Temperatur messen und den Hämoglobinwert aus einem Tropfen Kapillarblut bestimmen. Ob jemand spenden darf, entscheidet die Ärztin oder der Arzt im Rahmen der Spendetauglichkeitsuntersuchung; die MFA bereitet diese Entscheidung vor. Danach folgen Punktion der Armvene, Anschluss des Beutelsystems oder des Apheresegeräts, Entnahme der Laborproben und die Überwachung während der Spende. Kreislaufreaktionen bis zur Ohnmacht kommen vor und müssen schnell erkannt werden. Jeder Schritt wird lückenlos dokumentiert, Beutel und Röhrchen werden eindeutig etikettiert, denn die Rückverfolgbarkeit ist nach dem Transfusionsgesetz vorgeschrieben. Bei mobilen Terminen gehört auch der Auf- und Abbau von Liegen, Geräten und Material in Schulen, Gemeindehallen oder Betrieben dazu.
Wie wird man MFA in der Blutspende?
Der übliche Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten nach Berufsbildungsgesetz mit Abschlussprüfung vor der Landesärztekammer. Eine eigene Ausbildung für die Blutspende gibt es nicht; die Einarbeitung in Spenderauswahl, Entnahmetechnik und Apheresegeräte übernimmt der Arbeitgeber. Viele Dienste stellen auch Pflegefachkräfte, Krankenpflegehelfer oder andere medizinische Fachkräfte ein. Wer aus der Praxis kommt und sicher Blut abnehmen kann, findet meist rasch hinein, ebenso Rückkehrerinnen nach einer Familienpause.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist stark standardisiert und durch Vorgaben wie die Richtlinie Hämotherapie der Bundesärztekammer und das Qualitätsmanagement geprägt. Wer gern abwechslungsreich arbeitet, empfindet die vielen gleichen Abläufe als eintönig. Punktionen gehören in großer Zahl zum Tag, und eine Fehlpunktion bei einer nervösen Erstspenderin verlangt Ruhe. Bei mobilen Terminen sind lange Anfahrten mit dem Team im Dienstfahrzeug üblich, die Termine liegen häufig am Nachmittag und Abend, teils am Wochenende. Der Aufbau ist körperlich anstrengend, die Arbeitstage werden durch Fahrzeiten lang. In Plasmazentren wird im Schichtbetrieb an festen Standorten gearbeitet, dafür ohne Reisetätigkeit. Der Umgang mit Blut setzt Sorgfalt bei Hygiene und Arbeitsschutz voraus.
Aussichten
Blutspendedienste suchen fortlaufend Personal, weil die Versorgung mit Blutprodukten ganzjährig gesichert sein muss und viele Kräfte nach einigen Jahren in Praxen oder Kliniken wechseln. Die Plasmaspende ist in den vergangenen Jahren gewachsen und hat neue Standorte geschaffen. Mit Erfahrung sind Aufgaben als Teamleitung eines Entnahmeteams, in der Terminplanung, im Qualitätsmanagement oder in der Einarbeitung neuer Kräfte möglich. Für Leitungsfunktionen hilft eine Aufstiegsfortbildung wie der Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen. Der Wechsel zurück in die Arztpraxis, ins Labor oder in die Klinik bleibt jederzeit offen.
Aufgaben
- Spenderinnen und Spender anmelden und Identität prüfen
- Blutdruck, Puls, Temperatur und Hämoglobinwert bestimmen
- Armvene punktieren und Vollblut- oder Apheresespende anlegen
- Spendende während und nach der Entnahme überwachen und bei Kreislaufreaktionen eingreifen
- Laborproben entnehmen und Blutbeutel eindeutig kennzeichnen
- Spende und Auffälligkeiten lückenlos dokumentieren
- Spendelokal bei mobilen Terminen auf- und abbauen
- Material, Geräte und Hygienevorgaben kontrollieren
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als MFA oder vergleichbare medizinische Ausbildung
- Sicherheit bei der venösen Blutentnahme
- Sorgfalt bei Dokumentation und Kennzeichnung
- Ruhiger Umgang mit ängstlichen Spendenden und Notfallsituationen
- Körperliche Belastbarkeit für Auf- und Abbau
- Bereitschaft zu Abend-, Wochenend- und Reisediensten, oft Führerschein Klasse B
Arbeitsorte
- Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes
- Institute für Transfusionsmedizin an Kliniken
- Private Plasmaspendezentren
- Mobile Blutspendetermine in Gemeinden, Schulen und Betrieben
Ausbildung und Weg hinein
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten nach Berufsbildungsgesetz mit Abschlussprüfung vor der Ärztekammer. Die fachliche Einarbeitung in die Blutspende erfolgt beim Arbeitgeber und dauert in der Regel einige Wochen.