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Arztpraxis & MFA

MTR oder MFA mit Röntgenschein

Medizinische Technologinnen und Technologen für Radiologie (MTR) sowie Medizinische Fachangestellte mit Kenntnissen im Strahlenschutz fertigen in Radiologie- und Facharztpraxen Röntgenaufnahmen und weitere Bildgebung an. Die MTR ist ein staatlich geregelter Beruf mit breiterem Tätigkeitsfeld, die MFA arbeitet mit Röntgenschein unter ärztlicher Aufsicht in einem enger umrissenen Rahmen.

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Gehalt

Was der Beruf zahlt

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 3.000 € 3.600 € 36.000 €
Mit Berufserfahrung 2.800 € 3.400 € 4.000 € 40.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.200 € 3.900 € 4.700 € 46.800 €

Entscheidend ist, ob die Stelle mit MTR-Abschluss oder als MFA mit Röntgenschein besetzt ist: MTR in Kliniken werden meist nach TVöD, TV-L oder kirchlichen Arbeitsvertragsrichtlinien bezahlt und liegen deutlich höher, MFA verdienen nach dem Gehaltstarifvertrag für Medizinische Fachangestellte nur, wenn die Praxis tarifgebunden ist oder der Vertrag darauf verweist, oft mit einer Zulage für den Röntgenschein. Zuschläge für Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdienste in Kliniken sind nicht eingerechnet und können das Einkommen von MTR spürbar erhöhen.

Orientierungswerte, keine amtliche Statistik: abgeleitet aus veröffentlichten Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen, nicht selbst gemessen. Wo ein Tarifvertrag gilt, ist er die genauere Quelle. Wo keiner gilt, entscheiden Praxis oder Träger, Region, Zusatzqualifikationen und das Gespräch – und die Spanne ist dann breiter, als drei Zeilen zeigen können.

Jahresbrutto = 12 × Monatswert, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld und ohne Zuschläge für Nacht-, Wochenend- oder Notdienste – die hängen am Arbeitgeber und am Dienstplan.

Gehalt in den Bundesländern

Der Beruf im Alltag

Was macht eine MTR oder MFA mit Röntgenschein?

Im Mittelpunkt steht die Bildgebung am Patienten. Patienten werden aufgerufen, über den Ablauf informiert, gelagert und vor Strahlung geschützt, anschließend werden Aufnahmeparameter eingestellt und die Aufnahme ausgelöst. Die Bilder werden auf Qualität geprüft, im Praxissystem archiviert und für die Befundung durch die Ärztin oder den Arzt bereitgestellt. Dazu gehören die Dokumentation der Strahlendosis, Konstanzprüfungen an den Geräten und das Einhalten der Vorgaben aus dem Strahlenschutzrecht. Die Arbeit geschieht immer auf ärztliche Anforderung; die rechtfertigende Indikation stellt ein Arzt mit Fachkunde. MTR arbeiten zusätzlich in der Computertomografie, der Magnetresonanztomografie, der Angiografie, der Nuklearmedizin und der Strahlentherapie, legen Zugänge für Kontrastmittel und übernehmen anspruchsvolle Untersuchungen eigenständig. MFA mit Röntgenschein sind vor allem in orthopädischen, chirurgischen und radiologischen Praxen tätig, fertigen dort Standardaufnahmen an und arbeiten daneben am Empfang, in der Terminplanung und in der Abrechnung.

Wie wird man MTR oder MFA mit Röntgenschein?

Der Beruf der MTR ist seit 2023 im MT-Berufegesetz geregelt und hat den früheren Beruf MTRA abgelöst. Die Ausbildung dauert drei Jahre an einer staatlich anerkannten Schule mit praktischen Einsätzen in Kliniken und Praxen, endet mit einer staatlichen Prüfung und wird inzwischen vergütet. Die Berufsbezeichnung ist geschützt, bestimmte Tätigkeiten sind diesem Beruf vorbehalten. Die MFA ist ein dreijähriger Ausbildungsberuf nach Berufsbildungsgesetz. Den Röntgenschein erwirbt sie zusätzlich in einem anerkannten Kurs zum Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz mit Prüfung; viele Praxen finanzieren den Kurs. Die Kenntnisse müssen regelmäßig, in der Regel alle fünf Jahre, aktualisiert werden. Ein Wechsel von der MFA zur MTR ist nur über die vollständige MTR-Ausbildung möglich.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich: viel Stehen, Lagern von Patienten mit Schmerzen oder eingeschränkter Beweglichkeit, Tragen von Schutzkleidung. In Praxen sind die Untersuchungen eng getaktet, Wartezeiten und Notfälle erzeugen Zeitdruck. Strahlenschutz verlangt Sorgfalt bei jeder Aufnahme, Fehler bedeuten unnötige Dosis für Patienten. MTR in Kliniken leisten Schicht-, Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdienste, etwa für die Notfall-CT. Im MRT kommen Lärm, enge Räume und ängstliche Patienten hinzu, in der Nuklearmedizin der Umgang mit radioaktiven Stoffen. MFA mit Röntgenschein müssen zwischen Röntgenraum und Empfang wechseln und haben einen deutlich engeren Verdienstrahmen.

Aussichten

MTR werden bundesweit dringend gesucht, viele Kliniken und Radiologiezentren besetzen Stellen nur schwer. Die Zahl der bildgebenden Untersuchungen wächst, ebenso der Bedarf in Strahlentherapie und Nuklearmedizin. Entwicklungswege führen zur leitenden MTR, in die Praxisanleitung, zur Lehrkraft an MT-Schulen, als Applikationsspezialist zu Geräteherstellern oder über ein Studium in Medizintechnik und Medizinpädagogik. MFA mit Röntgenschein sind in orthopädischen und chirurgischen Praxen gefragt und können sich über Aufstiegsfortbildungen wie den Fachwirt für ambulante medizinische Versorgung zur Praxisleitung weiterentwickeln.

Aufgaben

  • Patienten aufklären, lagern und mit Strahlenschutzmitteln abdecken
  • Röntgenaufnahmen nach ärztlicher Anforderung anfertigen
  • CT- und MRT-Untersuchungen vorbereiten und durchführen (MTR)
  • Kontrastmittelgaben vorbereiten und Zugänge legen (MTR)
  • Bildqualität prüfen und Aufnahmen im PACS archivieren
  • Strahlendosis dokumentieren und Konstanzprüfungen an Geräten durchführen
  • Termine vergeben und Untersuchungen nach EBM und GOÄ abrechnen helfen (MFA)

Voraussetzungen

  • Staatliche Prüfung als MTR oder abgeschlossene Ausbildung als MFA
  • Für MFA: anerkannter Kurs zum Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz mit regelmäßiger Aktualisierung
  • Technisches Verständnis und Sorgfalt im Umgang mit Strahlung
  • Körperliche Belastbarkeit beim Lagern von Patienten und langem Stehen
  • Ruhe im Umgang mit ängstlichen oder schmerzgeplagten Patienten
  • Bereitschaft zu Schicht- und Bereitschaftsdiensten in Kliniken

Arbeitsorte

  • Radiologische Praxen und Radiologiezentren
  • Orthopädische und chirurgische Facharztpraxen
  • Krankenhäuser und Universitätskliniken
  • Medizinische Versorgungszentren
  • Strahlentherapie- und Nuklearmedizinzentren

Ausbildung und Weg hinein

MTR werden in einer dreijährigen Ausbildung nach dem MT-Berufegesetz an einer staatlich anerkannten Schule ausgebildet, die mit einer staatlichen Prüfung und der Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung endet. MFA absolvieren eine dreijährige duale Ausbildung nach Berufsbildungsgesetz mit Prüfung vor der Ärztekammer und erwerben den Röntgenschein anschließend in einem anerkannten Strahlenschutzkurs.

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