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Operationstechnische Assistenz

Operationstechnische Assistentinnen und Assistenten bereiten Operationen vor, reichen den Operierenden die Instrumente an, sorgen für steriles Arbeiten im OP-Saal und bereiten die Eingriffe nach. Der Beruf ist seit 2022 bundesgesetzlich geregelt und schließt mit einer staatlichen Prüfung ab.

7 offene Stellen für diesen Beruf, Stand heute.

Gehalt

Was der Beruf zahlt

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.100 € 3.400 € 3.700 € 40.800 €
Mit Berufserfahrung 3.400 € 3.800 € 4.200 € 45.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.800 € 4.300 € 5.000 € 51.600 €

Das Gehalt hängt vor allem am Träger: Kommunale Kliniken zahlen nach TVöD, Universitätskliniken nach TV-L, konfessionelle Häuser nach kirchlichen Arbeitsvertragsrichtlinien, private Klinikketten und ambulante OP-Zentren nach Haustarif oder frei verhandelt. Zuschläge für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste sowie die Vergütung von Bereitschaftsdienst und Rufbereitschaft sind in den Zahlen nicht enthalten und können das Einkommen in Kliniken mit Notfallversorgung deutlich erhöhen.

Orientierungswerte, keine amtliche Statistik: abgeleitet aus veröffentlichten Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen, nicht selbst gemessen. Wo ein Tarifvertrag gilt, ist er die genauere Quelle. Wo keiner gilt, entscheiden Praxis oder Träger, Region, Zusatzqualifikationen und das Gespräch – und die Spanne ist dann breiter, als drei Zeilen zeigen können.

Jahresbrutto = 12 × Monatswert, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld und ohne Zuschläge für Nacht-, Wochenend- oder Notdienste – die hängen am Arbeitgeber und am Dienstplan.

Gehalt in den Bundesländern

Der Beruf im Alltag

Was macht eine Operationstechnische Assistenz?

Operationstechnische Assistentinnen und Assistenten, kurz OTA, arbeiten im Operationsdienst, überwiegend im Krankenhaus, daneben in ambulanten OP-Zentren und in Funktionsbereichen wie der Endoskopie. Vor dem Eingriff richten sie den Saal und die Geräte, stellen Instrumente, Sterilgut und Implantate nach dem Eingriff und den Vorlieben des Operateurs zusammen und prüfen deren Vollständigkeit und Funktion. Während der Operation arbeiten sie entweder steril am Tisch, reichen Instrumente, Nahtmaterial und Tupfer an und behalten Zählkontrollen im Blick, oder sie übernehmen als sogenannter Springer die unsterile Seite: Material nachreichen, Geräte bedienen, Patientinnen und Patienten mit dem Team lagern, Präparate versorgen und den Ablauf dokumentieren. Nach dem Eingriff bereiten sie den Saal auf und geben Instrumente in die Aufbereitung. Sie arbeiten eng mit Chirurgie, Anästhesie und Pflege zusammen und sind an Weisungen des OP-Teams gebunden.

Wie wird man Operationstechnische Assistenz?

Seit dem 1. Januar 2022 regelt das Anästhesietechnische- und Operationstechnische-Assistenz-Gesetz die Ausbildung bundeseinheitlich. Sie dauert in Vollzeit drei Jahre, verbindet Unterricht an einer staatlich anerkannten Schule mit praktischen Einsätzen in verschiedenen operativen Fachgebieten und endet mit einer staatlichen Prüfung. Die Berufsbezeichnung ist geschützt; wer sie führen will, braucht eine behördliche Erlaubnis. Zugang hat in der Regel, wer einen mittleren Schulabschluss oder einen Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung mitbringt. Träger der praktischen Ausbildung sind meist Krankenhäuser, die eine Ausbildungsvergütung zahlen und kein Schulgeld verlangen. Pflegefachkräfte erreichen den OP eher über die Fachweiterbildung für den Operationsdienst als über eine zweite Ausbildung.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet über Stunden im Stehen statt, oft in gleichbleibender Haltung, mit Mundschutz, Haube und steriler Kleidung, bei Durchleuchtung zusätzlich mit Bleischürze. Lange oder komplizierte Eingriffe lassen wenig Raum für Pausen. Kliniken mit Notfallversorgung erwarten Bereitschaftsdienste, Rufbereitschaft, Nacht- und Wochenenddienste. Notoperationen, schwere Verletzungen und Komplikationen gehören zum Alltag und müssen verarbeitet werden. Gefragt sind Konzentration, Genauigkeit beim sterilen Arbeiten, gute Kenntnis von Anatomie und Instrumentarium, Belastbarkeit unter Zeitdruck und die Fähigkeit, Abläufe vorauszudenken. Latexallergien oder Hautprobleme durch häufige Desinfektion können die Arbeit erschweren.

Aussichten

Krankenhäuser suchen OP-Personal seit Jahren, und durch den Ausbau ambulanter Operationen entstehen zusätzliche Stellen in OP-Zentren und Praxiskliniken, teils mit planbareren Arbeitszeiten ohne Nachtdienst. Mit Berufserfahrung lassen sich Schwerpunkte in Fachgebieten wie Herzchirurgie, Neurochirurgie oder Unfallchirurgie setzen. Weiterbildungen führen in die Praxisanleitung, in die Koordination oder Leitung eines OP-Bereichs oder in die Aufbereitung von Medizinprodukten. Ein Studium etwa in Medizinpädagogik oder Gesundheitsmanagement öffnet den Weg in die Lehre an OTA-Schulen oder ins Management.

Aufgaben

  • OP-Saal, Geräte und Instrumentarium für den geplanten Eingriff vorbereiten
  • Steril am OP-Tisch instrumentieren und Material anreichen
  • Instrumente, Tupfer und Bauchtücher vor und nach dem Eingriff zählen und dokumentieren
  • Als Springer Material nachreichen und Geräte wie HF-Chirurgie oder Absaugung bedienen
  • Patientinnen und Patienten gemeinsam mit dem Team lagern und vor Lagerungsschäden schützen
  • Gewebeproben und Präparate fachgerecht versorgen und weiterleiten
  • OP-Saal nach dem Eingriff aufbereiten und Instrumente zur Sterilgutaufbereitung geben

Voraussetzungen

  • Mittlerer Schulabschluss oder Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung
  • Staatliche Prüfung nach dem ATA-OTA-Gesetz und Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung
  • Gesundheitliche Eignung, Impfnachweise und ein einwandfreies Führungszeugnis
  • Ausdauer für langes Stehen und konzentriertes Arbeiten über Stunden
  • Sorgfalt beim sterilen Arbeiten und gutes räumliches und technisches Verständnis
  • Bereitschaft zu Schicht-, Bereitschafts- und Wochenenddiensten

Arbeitsorte

  • Zentral-OP in Krankenhäusern und Universitätskliniken
  • Ambulante OP-Zentren und Praxiskliniken
  • Endoskopie und andere Funktionsabteilungen
  • Zentrale Sterilgutversorgung
  • OTA-Schulen in der Praxisanleitung und Lehre

Ausbildung und Weg hinein

Der Weg führt über eine dreijährige Vollzeitausbildung nach dem Anästhesietechnische- und Operationstechnische-Assistenz-Gesetz, die an einer staatlich anerkannten Schule und im Krankenhaus stattfindet. Sie endet mit einer staatlichen Prüfung und der Erlaubnis, die geschützte Berufsbezeichnung zu führen. Die Ausbildung ist vergütet und in der Regel schulgeldfrei.

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