Kleine Fächer mit eigenen Regeln
Neben Physio-, Ergo- und Sprachtherapie gibt es eine Reihe kleinerer Therapieberufe. Sie haben weniger Stellen, dafür oft sehr klar umrissene Arbeitsfelder. Gemeinsam ist ihnen, dass sie in Kliniken, Rehazentren und Praxen eng mit anderen Berufen zusammenarbeiten. Getrennt sind sie durch die Frage, ob der Beruf gesetzlich geregelt ist oder nicht, und diese Frage entscheidet über Zugang, Bezeichnung und Abrechnung.
Geregelte Berufe
Diätassistentinnen und Diätassistenten werden nach dem Diätassistentengesetz drei Jahre an einer Berufsfachschule ausgebildet und staatlich geprüft. Sie planen Kostformen in Kliniken und Pflegeeinrichtungen, beraten Patienten mit Diabetes, Nierenerkrankungen, Allergien oder Mangelernährung und arbeiten in der Ernährungstherapie. Für einige seltene Stoffwechselerkrankungen und für Mukoviszidose ist die Ernährungstherapie ein verordnungsfähiges Heilmittel; die Zulassung dafür setzt eine entsprechende Qualifikation voraus.
Orthoptistinnen und Orthoptisten sind nach dem Orthoptistengesetz ausgebildet. Sie untersuchen und behandeln Schielen, Sehschwächen bei Kindern und Augenbewegungsstörungen, meist in Augenkliniken und augenärztlichen Praxen. Ein großer Teil der Arbeit gilt Kindern, bei denen eine früh erkannte Sehschwäche noch gut behandelbar ist. Weil es nur wenige Ausbildungsstätten gibt, ist der Beruf klein, und Stellen werden oft über die Kliniken selbst und weniger über große Stellenmärkte besetzt.
Berufe ohne gesetzliche Regelung
Bei anderen Bezeichnungen ist der Weg weniger eindeutig. Ernährungsberaterin ist keine geschützte Bezeichnung; wer seriös arbeitet, hat meist ein Studium der Ökotrophologie oder Ernährungswissenschaft oder eine Ausbildung als Diätassistentin und eine anerkannte Zusatzqualifikation. Krankenkassen bezuschussen Präventionskurse nur bei bestimmten Qualifikationen.
Musik- und Kunsttherapie werden über Studiengänge oder berufsbegleitende Weiterbildungen erlernt. Gearbeitet wird vor allem in psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken, in der Onkologie, in Einrichtungen für Kinder und Jugendliche sowie in der Palliativversorgung. Stellen sind selten und häufig in Teilzeit ausgeschrieben.
Sporttherapeutinnen haben in der Regel Sportwissenschaft studiert oder eine Fachausbildung bei einem Verband absolviert. Sie arbeiten in der Rehabilitation, in kardiologischen und onkologischen Gruppen und in der medizinischen Trainingstherapie, oft gemeinsam mit der Physiotherapie.
Arbeitsorte und Bezahlung
Die meisten Stellen dieses Bereichs liegen in Kliniken und Rehabilitationseinrichtungen. Dort gelten die Tarife des Trägers: TVöD oder TV-L im öffentlichen Dienst, Arbeitsvertragsrichtlinien bei kirchlichen Trägern, Haustarife oder freie Vereinbarungen bei privaten Klinikketten. Freiberufliche Arbeit ist in der Ernährungsberatung und in den künstlerischen Therapien verbreitet, oft in Kombination mit einer Teilzeitstelle.
Worauf in Anzeigen zu achten ist
Bei ungeregelten Berufen lohnt der genaue Blick auf die verlangte Qualifikation. Eine Anzeige, die „Ernährungsberater“ sucht, kann eine Diätassistentin meinen oder eine Verkaufsstelle in einem Studio. Aufschlussreich sind Angaben zum Team, zur Patientengruppe und zur Frage, ob die Stelle Teil eines Therapieplans ist oder ein Zusatzangebot. Aktuelle Stellen zeigt die Trefferliste zum Stichwort Diätassistent.