Diätassistent
Diätassistentinnen und Diätassistenten planen Ernährungstherapien für kranke Menschen, beraten Patienten zur Kostform bei ihrer Erkrankung und stellen in Kliniken die diätetische Verpflegung sicher. Der Beruf ist nach Berufsgesetz geregelt und schließt mit einer staatlichen Prüfung ab.
4 offene Stellen für diesen Beruf, Stand heute.
Was der Beruf zahlt
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.600 € | 2.950 € | 3.300 € | 35.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.900 € | 3.300 € | 3.750 € | 39.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.300 € | 3.800 € | 4.500 € | 45.600 € |
Am stärksten hängt das Gehalt am Arbeitgeber: Kommunale Kliniken zahlen nach TVöD, Universitätskliniken nach TV-L und konfessionelle Häuser nach kirchlichen Arbeitsvertragsrichtlinien wie AVR Caritas oder AVR Diakonie, während private Reha-Kliniken, Praxen und Pflegeeinrichtungen oft ohne Tarifbindung und darunter vergüten. In der Selbstständigkeit bestimmen die Zahl der Beratungen und der Anteil privat oder von Krankenkassen bezahlter Leistungen das Einkommen.
Orientierungswerte, keine amtliche Statistik: abgeleitet aus veröffentlichten Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen, nicht selbst gemessen. Wo ein Tarifvertrag gilt, ist er die genauere Quelle. Wo keiner gilt, entscheiden Praxis oder Träger, Region, Zusatzqualifikationen und das Gespräch – und die Spanne ist dann breiter, als drei Zeilen zeigen können.
Jahresbrutto = 12 × Monatswert, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld und ohne Zuschläge für Nacht-, Wochenend- oder Notdienste – die hängen am Arbeitgeber und am Dienstplan.
Der Beruf im Alltag
Was macht ein Diätassistent?
Diätassistentinnen und Diätassistenten setzen Ernährung als Teil der Behandlung ein. Im Krankenhaus oder in der Reha-Klinik erheben sie den Ernährungszustand von Patienten, werten Laborwerte und Ernährungsprotokolle aus und planen auf ärztliche Anordnung hin eine passende Kostform, etwa bei Diabetes, Niereninsuffizienz, Nahrungsmittelallergien, Mangelernährung oder nach Operationen am Verdauungstrakt. Sie berechnen Nährstoffgehalte, stellen Sonden- und Trinknahrung zusammen und arbeiten eng mit Ärzten, Pflege und Küche zusammen. Ein großer Teil der Arbeit ist Beratung: in Einzelgesprächen am Krankenbett, in der Sprechstunde oder in Schulungsgruppen, etwa für Menschen mit Diabetes oder Adipositas. In der Klinikküche überwachen sie die Herstellung der Sonderkostformen, erstellen Speisepläne und achten auf Hygiene und korrekte Kennzeichnung. Wer in einer Praxis für Ernährungstherapie arbeitet, berät überwiegend ambulant und dokumentiert für die Abrechnung mit Krankenkassen.
Wie wird man Diätassistent?
Der Weg führt über eine dreijährige Ausbildung an einer staatlich anerkannten Berufsfachschule, meist an ein Klinikum angeschlossen. Sie verbindet Unterricht in Ernährungslehre, Diätetik, Krankheitslehre, Lebensmittelkunde und Gesprächsführung mit praktischen Einsätzen in Klinik und Küche und endet mit der staatlichen Prüfung. Die Berufsbezeichnung ist geschützt; führen darf sie nur, wer die Erlaubnis nach dem Diätassistentengesetz besitzt. Vorausgesetzt wird in der Regel ein mittlerer Schulabschluss. Manche Schulen in privater Trägerschaft verlangen Schulgeld. Daneben gibt es Studiengänge in Diätetik oder Ökotrophologie; ein Studium ersetzt die Berufserlaubnis aber nicht automatisch. Ein Quereinstieg ohne Ausbildung ist in der Ernährungstherapie nicht möglich.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist körperlich weniger belastend als viele andere Gesundheitsberufe, verlangt aber Genauigkeit beim Berechnen und Dokumentieren und Geduld in der Beratung. Viele Patienten tun sich schwer, Essgewohnheiten zu ändern; Erfolge zeigen sich oft spät oder gar nicht. In der Klinik kommt Arbeitsdruck durch knappe Personalschlüssel hinzu, und wer in der Küche eingesetzt ist, steht viel und arbeitet je nach Haus auch an Wochenenden oder im Frühdienst. Die Beratung chronisch und schwer kranker Menschen erfordert Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, medizinische Inhalte verständlich zu erklären. In der Selbstständigkeit ist das Einkommen unsicher, weil Ernährungsberatung nur für bestimmte Erkrankungen als Heilmittel verordnet werden kann und sonst oft nur anteilig von Krankenkassen bezuschusst oder privat bezahlt wird.
Aussichten
Durch die Zunahme ernährungsbedingter Erkrankungen wie Diabetes und Adipositas und den wachsenden Anteil älterer, oft mangelernährter Patienten bleibt der Bedarf an Fachkräften stabil. Kliniken bauen Ernährungsteams auf, und viele Schulen finden zu wenige Bewerber. Entwicklungswege führen über Fortbildungen und Zertifikate, etwa in der Diabetesberatung, der onkologischen oder pädiatrischen Ernährungstherapie, in die Leitung einer Diätabteilung oder eines Ernährungsteams. Andere wechseln in die Industrie für Spezialnahrung, zu Krankenkassen, in die Gemeinschaftsverpflegung oder in die Lehre an Berufsfachschulen. Die eigene Praxis für Ernährungstherapie ist möglich, setzt für die Abrechnung mit Krankenkassen aber eine Zulassung voraus.
Aufgaben
- Ernährungszustand von Patienten erheben und Ernährungsprotokolle auswerten
- Kostformen nach ärztlicher Anordnung planen und Nährwerte berechnen
- Patienten und Angehörige zu Diät und Ernährungsumstellung beraten
- Schulungen für Gruppen etwa bei Diabetes oder Adipositas durchführen
- Sonden- und Trinknahrung auswählen und den Kostaufbau begleiten
- Herstellung von Sonderkostformen in der Klinikküche überwachen
- Speisepläne erstellen und Allergene korrekt kennzeichnen
- Beratungen und Therapieverläufe dokumentieren
Voraussetzungen
- Staatliche Prüfung und Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung nach dem Diätassistentengesetz
- Mittlerer Schulabschluss oder gleichwertige Schulbildung als Zugang zur Ausbildung
- Sicherheit im Rechnen und genaues Arbeiten
- Verständliche Gesprächsführung und Einfühlungsvermögen in der Beratung
- Interesse an Medizin, Lebensmitteln und Küchenpraxis
- Gesundheitliche Eignung für die Arbeit in Klinik und Küche
Arbeitsorte
- Krankenhäuser und Universitätskliniken
- Reha-Kliniken und Kurkliniken
- Praxen für Ernährungstherapie und ärztliche Schwerpunktpraxen
- Pflegeeinrichtungen und Gemeinschaftsverpflegung
- Hersteller von Spezial- und Sondennahrung
- Krankenkassen und Berufsfachschulen
Ausbildung und Weg hinein
Die Ausbildung dauert drei Jahre an einer staatlich anerkannten Berufsfachschule und endet mit der staatlichen Prüfung, nach der die Erlaubnis zum Führen der geschützten Berufsbezeichnung erteilt wird. Zugang besteht in der Regel mit mittlerem Schulabschluss; an privaten Schulen kann Schulgeld anfallen.