Logopäde
Logopädinnen und Logopäden untersuchen und behandeln Menschen jeden Alters mit Störungen der Sprache, des Sprechens, der Stimme, des Schluckens und des Hörens. Sie arbeiten meist auf ärztliche Verordnung in Praxen, Kliniken und Reha-Einrichtungen.
32 offene Stellen für diesen Beruf, Stand heute.
Was der Beruf zahlt
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.700 € | 3.000 € | 3.400 € | 36.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.000 € | 3.400 € | 3.900 € | 40.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.500 € | 3.900 € | 4.600 € | 46.800 € |
In Kliniken und öffentlichen Einrichtungen gilt meist der TVöD oder TV-L, bei kirchlichen Trägern die jeweiligen Arbeitsvertragsrichtlinien, was zu planbaren Stufensteigerungen führt. Die meisten Praxen sind nicht tarifgebunden; dort hängt das Gehalt an den mit den Krankenkassen vereinbarten Vergütungssätzen, der Zahl der Behandlungen pro Woche und daran, ob Hausbesuchszeiten angerechnet werden.
Orientierungswerte, keine amtliche Statistik: abgeleitet aus veröffentlichten Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen, nicht selbst gemessen. Wo ein Tarifvertrag gilt, ist er die genauere Quelle. Wo keiner gilt, entscheiden Praxis oder Träger, Region, Zusatzqualifikationen und das Gespräch – und die Spanne ist dann breiter, als drei Zeilen zeigen können.
Jahresbrutto = 12 × Monatswert, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld und ohne Zuschläge für Nacht-, Wochenend- oder Notdienste – die hängen am Arbeitgeber und am Dienstplan.
Der Beruf im Alltag
Was macht ein Logopäde?
Logopädinnen und Logopäden arbeiten direkt am Patienten. Bei Kindern geht es häufig um Sprachentwicklungsstörungen, Aussprachestörungen, Stottern oder Folgen einer Hörschädigung. Bei Erwachsenen stehen Aphasien und Dysarthrien nach Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma im Vordergrund, dazu Stimmstörungen, etwa bei Lehrkräften oder nach Operationen am Kehlkopf, sowie Schluckstörungen bei neurologischen Erkrankungen und im Alter. Am Anfang steht die Diagnostik mit standardisierten Tests, Anamnese und Beobachtung. Daraus entsteht ein Therapieplan, der in Einzel- oder seltener Gruppensitzungen umgesetzt wird. Zum Alltag gehören außerdem die Beratung von Eltern und Angehörigen, die Dokumentation jeder Behandlung, Berichte an die verordnende Ärztin und die Abstimmung mit Ergotherapie, Physiotherapie, Pflege oder Kita. In der ambulanten Praxis wird auf Grundlage einer ärztlichen Heilmittelverordnung behandelt, die Sitzungen sind fest getaktet. Hausbesuche in Pflegeheimen oder bei Patienten zu Hause sind in vielen Praxen üblich.
Wie wird man Logopäde?
Der Beruf ist durch ein eigenes Berufsgesetz geregelt, die Bezeichnung Logopädin oder Logopäde ist geschützt und darf nur mit staatlicher Erlaubnis geführt werden. Der übliche Weg ist eine dreijährige Ausbildung an einer Berufsfachschule für Logopädie mit theoretischem Unterricht, praktischer Ausbildung an Patienten und staatlicher Prüfung. An privaten Schulen fällt teils noch Schulgeld an, in mehreren Bundesländern wurde es abgeschafft oder wird übernommen. Daneben gibt es Bachelorstudiengänge, teils ausbildungsintegrierend, teils primärqualifizierend als Modellstudiengang. Eine Reform der Ausbildung hin zu einem Studium wird seit Jahren diskutiert. Verwandte Abschlüsse wie akademische Sprachtherapie, klinische Linguistik oder Atem-, Sprech- und Stimmlehre führen über eine Kassenzulassung zu einer ähnlichen Tätigkeit, aber nicht zur Berufsbezeichnung Logopäde.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist vor allem geistig und stimmlich fordernd: Sie verlangt Konzentration über viele Behandlungen am Tag, eine belastbare eigene Stimme und Geduld bei Fortschritten, die oft langsam kommen. Der Umgang mit schwer betroffenen Menschen, etwa nach Schlaganfall oder bei fortschreitenden neurologischen Erkrankungen, kann emotional belasten. In Praxen bestimmen die Taktung der Termine und kurzfristige Absagen den Tag; Termine für Schulkinder liegen oft am Nachmittag und frühen Abend. Hausbesuche bedeuten Fahrzeiten, die nicht immer voll vergütet werden. Die Dokumentation und die Prüfung der Verordnungen nehmen Zeit in Anspruch. Regelmäßige Fortbildungen, etwa in Dysphagietherapie, gehören dazu.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch, vielerorts gibt es Wartelisten, und Praxen wie Kliniken suchen Personal. Der Bedarf wächst durch die alternde Bevölkerung, vor allem bei Schluck- und neurologischen Störungen. Entwicklungswege führen in die Spezialisierung auf Neurologie, Stimme, Stottern oder Kindertherapie, in die Praxisleitung, in die Lehre an Berufsfachschulen oder über ein Studium in Forschung und Wissenschaft. Viele machen sich mit eigener Praxis und Kassenzulassung selbstständig; dafür gelten Anforderungen an Räume, Ausstattung und fachliche Leitung, und das Einkommen hängt dann an den mit den Krankenkassen vereinbarten Vergütungssätzen und der Auslastung.
Aufgaben
- Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen mit standardisierten Tests diagnostizieren
- Therapiepläne erstellen und Einzel- oder Gruppenbehandlungen durchführen
- Kinder mit Sprachentwicklungs- und Aussprachestörungen behandeln
- Patienten mit Aphasie, Dysarthrie oder Dysphagie nach Schlaganfall therapieren
- Eltern und Angehörige beraten und zu Übungen anleiten
- Behandlungen dokumentieren und Therapieberichte an verordnende Ärzte schreiben
- Heilmittelverordnungen prüfen und Hausbesuche in Pflegeheimen durchführen
Voraussetzungen
- Staatliche Prüfung nach dem Logopädengesetz und Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung oder ein anerkannter Studienabschluss
- Belastbare, gesunde Stimme und gutes Gehör
- Sicheres Deutsch in Wort und Schrift
- Geduld und Einfühlungsvermögen im Umgang mit Kindern, Angehörigen und schwer erkrankten Menschen
- Bereitschaft zu Nachmittagsterminen und Hausbesuchen, oft mit Führerschein
- Bereitschaft zu regelmäßiger Fortbildung
Arbeitsorte
- Logopädische Praxis
- Akutklinik, etwa Neurologie, Stroke Unit oder HNO
- Reha-Klinik
- Frühförderstelle und Sozialpädiatrisches Zentrum
- Förderschule und Sprachheilkindergarten
- Pflegeheim im Rahmen von Hausbesuchen
Ausbildung und Weg hinein
Üblich ist eine dreijährige Ausbildung an einer staatlich anerkannten Berufsfachschule für Logopädie, die mit der staatlichen Prüfung und der Erlaubnis zum Führen der geschützten Berufsbezeichnung endet. Alternativ führen ausbildungsintegrierende oder primärqualifizierende Bachelorstudiengänge zum Beruf.
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Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten behandeln Menschen jeden Alters, die durch Krankheit, Verletzung, Behinderung oder Entwicklungsverzögerung in alltäglichen Handlungen eingeschränkt sind. Ziel ist, dass sie Selbstversorgung, Arbeit, Schule und Freizeit wieder möglichst selbstständig bewältigen.
- Offene Stellen
- 92
- Monatsbrutto
- 2.500 – 4.200 €