Zum Inhalt springen
Logopädie & Sprachtherapie

Logopäd

Logopädinnen und Logopäden untersuchen und behandeln Menschen jeden Alters mit Störungen der Sprache, des Sprechens, der Stimme und des Schluckens, meist auf ärztliche Verordnung. Der Beruf hat ein eigenes Berufsgesetz, eine staatliche Prüfung und eine geschützte Berufsbezeichnung.

2 offene Stellen für diesen Beruf, Stand heute.

Gehalt

Was der Beruf zahlt

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.600 € 2.900 € 3.300 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.300 € 3.800 € 39.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.300 € 3.800 € 4.600 € 45.600 €

Logopädische Praxen sind meist nicht tarifgebunden; das Gehalt hängt dort an der Vergütung, die die Praxis mit den Krankenkassen abrechnen kann, und an der Zahl der Behandlungen pro Woche. In Kliniken und Einrichtungen öffentlicher oder kirchlicher Träger gelten häufig TVöD, TV-L oder kirchliche Arbeitsvertragsrichtlinien, die meist besser und planbarer bezahlen.

Orientierungswerte, keine amtliche Statistik: abgeleitet aus veröffentlichten Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen, nicht selbst gemessen. Wo ein Tarifvertrag gilt, ist er die genauere Quelle. Wo keiner gilt, entscheiden Praxis oder Träger, Region, Zusatzqualifikationen und das Gespräch – und die Spanne ist dann breiter, als drei Zeilen zeigen können.

Jahresbrutto = 12 × Monatswert, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld und ohne Zuschläge für Nacht-, Wochenend- oder Notdienste – die hängen am Arbeitgeber und am Dienstplan.

Gehalt in den Bundesländern

Der Beruf im Alltag

Was macht ein Logopäde?

Logopädinnen und Logopäden arbeiten fast immer direkt am Patienten. Ein großer Teil der Arbeit betrifft Kinder mit verzögerter Sprachentwicklung, Aussprachestörungen, Stottern oder auditiven Wahrnehmungsproblemen. Bei Erwachsenen geht es häufig um Aphasien und Dysarthrien nach Schlaganfall, um Schluckstörungen bei neurologischen Erkrankungen, um Stimmstörungen bei Menschen in Sprechberufen oder um die Stimmrehabilitation nach einer Kehlkopfoperation. Am Anfang steht die Diagnostik mit Tests und Beobachtung, daraus entsteht ein Therapieplan. Die Behandlung läuft in Einzel- oder Gruppensitzungen, oft im Takt von 45 Minuten. Dazu kommen Elterngespräche, Beratung von Angehörigen, Dokumentation, Therapieberichte an verordnende Ärztinnen und Ärzte und in vielen Praxen Hausbesuche in Pflegeheimen oder bei bettlägerigen Patienten. Die Behandlung in der ambulanten Versorgung erfolgt in der Regel auf Grundlage einer ärztlichen Heilmittelverordnung.

Wie wird man Logopäde?

Der klassische Weg ist eine dreijährige Ausbildung an einer staatlich anerkannten Berufsfachschule für Logopädie, die mit einer staatlichen Prüfung abschließt. Danach darf die geschützte Berufsbezeichnung Logopädin oder Logopäde geführt werden. An privaten Schulen wurde lange Schulgeld erhoben; ob es heute anfällt, hängt vom Bundesland und von der Schule ab. Daneben gibt es Bachelorstudiengänge, teils ausbildungsintegrierend, teils primärqualifizierend mit staatlicher Prüfung. Eine Akademisierung des Berufs wird seit Jahren politisch diskutiert. Verwandte Abschlüsse wie Sprachtherapie, Klinische Linguistik oder Sprechwissenschaft führen ebenfalls in die Behandlung, die Kassenzulassung ist dafür aber an bestimmte Qualifikationen geknüpft.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich weniger fordernd als in der Physiotherapie, geistig und stimmlich aber anstrengend. Viele Termine hintereinander, wechselnde Störungsbilder und die ständige Konzentration auf das Gegenüber ermüden. Kindertherapie verlangt Geduld und Einfallsreichtum, die Zusammenarbeit mit Eltern ist nicht immer einfach. Bei schwer erkrankten Erwachsenen gehören Rückschläge und langsame Fortschritte zum Alltag. In Praxen liegen Termine oft am Nachmittag und frühen Abend, weil Kinder vormittags in Kita oder Schule sind. Hausbesuche bedeuten Fahrzeiten, die nicht immer voll vergütet sind. Ausfallende Termine belasten die Wirtschaftlichkeit der Praxis und mitunter das eigene Einkommen. Die Vergütung liegt im Vergleich zur Ausbildungsdauer und Verantwortung eher niedrig.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch, viele Praxen suchen lange nach Personal, und Wartelisten für Patienten sind verbreitet. Gründe sind die alternde Bevölkerung mit mehr neurologischen Erkrankungen und Schluckstörungen sowie der hohe Bedarf in der Sprachförderung von Kindern. Fortbildungen in Bereichen wie Dysphagie, Stottertherapie, Stimmtherapie oder neurologischer Rehabilitation ermöglichen eine Spezialisierung. Wege nach oben führen in die fachliche Leitung einer Praxis oder einer Abteilung in der Klinik, in die Lehre an Berufsfachschulen oder über ein Studium in Wissenschaft und Forschung. Viele machen sich mit einer eigenen Praxis selbstständig. Dafür ist eine Zulassung durch die Krankenkassen nötig, die an fachliche, räumliche und organisatorische Voraussetzungen gebunden ist.

Aufgaben

  • Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen mit Tests und Beobachtung diagnostizieren
  • Therapiepläne nach ärztlicher Heilmittelverordnung erstellen
  • Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen oder Stottern behandeln
  • Erwachsene mit Aphasie, Dysarthrie oder Dysphagie nach Schlaganfall therapieren
  • Eltern und Angehörige beraten und Übungen für zu Hause anleiten
  • Hausbesuche in Pflegeheimen und bei immobilen Patienten durchführen
  • Behandlungen dokumentieren und Therapieberichte für Ärztinnen und Ärzte schreiben

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung mit staatlicher Prüfung oder entsprechendes Studium
  • Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung Logopädin oder Logopäde
  • Belastbare, gesunde Stimme und deutliche Aussprache
  • Geduld und Einfühlungsvermögen im Umgang mit Kindern und schwer erkrankten Erwachsenen
  • Sorgfalt bei Dokumentation und Berichten
  • Für Hausbesuche meist Führerschein

Arbeitsorte

  • Logopädische Praxen
  • Akut- und Rehabilitationskliniken
  • Frühförderstellen und sozialpädiatrische Zentren
  • Pflegeheime im Rahmen von Hausbesuchen
  • Förderschulen und Sprachheilkindergärten
  • Berufsfachschulen und Hochschulen

Ausbildung und Weg hinein

Üblich ist eine dreijährige Ausbildung an einer Berufsfachschule für Logopädie mit staatlicher Prüfung, nach der die geschützte Berufsbezeichnung geführt werden darf. Alternativ führen Bachelorstudiengänge in den Beruf, teils ausbildungsintegrierend, teils primärqualifizierend mit staatlicher Prüfung.

Offene Stellen: Logopäd

Alle Treffer in der Suche

Verwandte Berufe

Ergotherapeut

Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten behandeln Menschen jeden Alters, die durch Krankheit, Verletzung, Behinderung oder Entwicklungsverzögerung in alltäglichen Handlungen eingeschränkt sind. Ziel ist, dass sie Selbstversorgung, Arbeit, Schule und Freizeit wieder möglichst selbstständig bewältigen.

Offene Stellen
92
Monatsbrutto
2.500 – 4.200 €

Physiotherapeut

Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten behandeln Menschen mit Bewegungs- und Funktionsstörungen durch Übungen, manuelle Techniken und physikalische Maßnahmen, meist auf ärztliche Verordnung in Praxis, Klinik oder Reha. Die Berufsbezeichnung ist gesetzlich geschützt.

Offene Stellen
318
Monatsbrutto
2.600 – 4.400 €

Hier gibt es nur die zwei Cookies, ohne die die Seite nicht läuft. Wie oft welche Seiten aufgerufen werden, zählen wir mit Matomo auf unserem eigenen Server – ohne Cookies und mit gekürzter IP-Adresse. Was genau gespeichert wird, steht in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz