Physiotherapeut
Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten behandeln Menschen mit Bewegungs- und Funktionsstörungen durch Übungen, manuelle Techniken und physikalische Maßnahmen, meist auf ärztliche Verordnung in Praxis, Klinik oder Reha. Die Berufsbezeichnung ist gesetzlich geschützt.
318 offene Stellen für diesen Beruf, Stand heute.
Was der Beruf zahlt
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.600 € | 2.850 € | 3.200 € | 34.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.900 € | 3.250 € | 3.700 € | 39.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.300 € | 3.700 € | 4.400 € | 44.400 € |
In Praxen, die meist nicht tarifgebunden sind, hängt das Gehalt an den mit den Krankenkassen abrechenbaren Vergütungen, der Zahl der Behandlungen und an Zertifikaten wie Manueller Therapie oder Lymphdrainage. An kommunalen und Universitätskliniken gelten TVöD oder TV-L, bei konfessionellen Trägern kirchliche Arbeitsvertragsrichtlinien; Leitungsfunktionen und Spezialisierungen heben das Gehalt am deutlichsten.
Orientierungswerte, keine amtliche Statistik: abgeleitet aus veröffentlichten Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen, nicht selbst gemessen. Wo ein Tarifvertrag gilt, ist er die genauere Quelle. Wo keiner gilt, entscheiden Praxis oder Träger, Region, Zusatzqualifikationen und das Gespräch – und die Spanne ist dann breiter, als drei Zeilen zeigen können.
Jahresbrutto = 12 × Monatswert, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld und ohne Zuschläge für Nacht-, Wochenend- oder Notdienste – die hängen am Arbeitgeber und am Dienstplan.
Der Beruf im Alltag
Was macht ein Physiotherapeut?
Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten arbeiten direkt am Patienten. Sie befunden Beweglichkeit, Kraft, Haltung und Schmerz, legen Behandlungsziele fest und setzen sie in Einzel- oder Gruppentherapie um. Zum Alltag gehören Krankengymnastik, Mobilisation nach Operationen, Gangschulung, Atemtherapie, Massagen und Wärme- oder Kälteanwendungen. Wer Zusatzqualifikationen hat, behandelt mit Manueller Therapie, Manueller Lymphdrainage oder neurophysiologischen Verfahren wie Bobath, Vojta oder PNF. Grundlage ist in der Regel eine ärztliche Heilmittelverordnung, für bestimmte Diagnosen inzwischen auch eine Blankoverordnung, bei der die Therapeutin Art und Umfang der Behandlung selbst bestimmt. In der Praxis kommen Dokumentation, Berichte an Ärzte und die Abstimmung mit der Rezeption hinzu. Behandelt wird in ambulanten Praxen, in Akut- und Rehakliniken, in Pflegeheimen, im Sport und bei Hausbesuchen.
Wie wird man Physiotherapeut?
Der Beruf ist im Masseur- und Physiotherapeutengesetz geregelt. Die Ausbildung an einer staatlich anerkannten Berufsfachschule dauert in Vollzeit drei Jahre, verbindet Theorie mit Praktika in Kliniken und Einrichtungen und endet mit der staatlichen Prüfung. Danach erteilt die zuständige Behörde die Erlaubnis, die geschützte Berufsbezeichnung zu führen. Daneben gibt es ausbildungsbegleitende und primärqualifizierende Bachelorstudiengänge, die ebenfalls zur staatlichen Prüfung führen. Das früher verbreitete Schulgeld ist in vielen Bundesländern abgeschafft oder wird erstattet; an manchen privaten Schulen fällt es noch an. Masseure und medizinische Bademeister können die Ausbildung verkürzt absolvieren. Nach dem Abschluss folgen meist kostenpflichtige Zertifikatsfortbildungen, ohne die bestimmte Leistungen nicht mit den Krankenkassen abgerechnet werden dürfen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich fordernd: viel Stehen, Heben, Halten und Anleiten, oft in vorgebeugter Haltung. In Praxen sind Behandlungen eng getaktet, häufig im Abstand von 20 bis 30 Minuten, was wenig Spielraum für Pausen und Dokumentation lässt. Viele Praxen bieten Termine am frühen Morgen, am Abend und teilweise samstags an. Hausbesuche bedeuten Fahrzeit und Behandlung unter beengten Bedingungen. In Kliniken kommen Wochenenddienste hinzu. Zum Beruf gehören Geduld mit chronisch kranken, schwer beeinträchtigten oder wenig motivierten Menschen und die Fähigkeit, Fortschritte genau zu beobachten. Der Verdienstrahmen ist im Verhältnis zur Ausbildungsdauer und Verantwortung eng, gerade in nicht tarifgebundenen Praxen.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und das Stellenangebot übersteigt in vielen Regionen die Zahl der Bewerber. Alternde Bevölkerung, Orthopädie, Neurologie und Rehabilitation sorgen für dauerhaften Bedarf. Spezialisierungen etwa in Manueller Therapie, Neurologie, Pädiatrie, Sportphysiotherapie oder Lymphologie erweitern die Einsatzmöglichkeiten und verbessern die Verhandlungsposition. Wege nach oben führen in die fachliche Leitung einer Praxis oder Therapieabteilung, in die Lehre an Berufsfachschulen oder über ein Studium in Wissenschaft und Management. Mit der sektoralen Heilpraktikererlaubnis für Physiotherapie ist Behandlung ohne Verordnung für Selbstzahler möglich. Die eigene Praxis setzt eine Zulassung zur Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen voraus, die an Praxisräume, Ausstattung und fachliche Leitung geknüpft ist.
Aufgaben
- Befund zu Beweglichkeit, Kraft und Schmerz erheben und Behandlungsziele festlegen
- Krankengymnastik einzeln und in Gruppen durchführen
- Patienten nach Operationen und Unfällen mobilisieren und Gangschulung anleiten
- Manuelle Therapie, Lymphdrainage oder neurophysiologische Verfahren anwenden
- Massagen sowie Wärme- und Kälteanwendungen durchführen
- Heimübungsprogramme erklären und Hilfsmittelgebrauch zeigen
- Behandlungen dokumentieren und Therapieberichte für Ärzte schreiben
- Hausbesuche in Wohnungen und Pflegeeinrichtungen machen
Voraussetzungen
- Staatliche Prüfung nach dem Masseur- und Physiotherapeutengesetz oder entsprechender Studienabschluss
- Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung
- Zertifikate für abrechnungsrelevante Verfahren wie Manuelle Therapie oder Lymphdrainage, je nach Stelle
- Körperliche Belastbarkeit für Heben, Halten und langes Stehen
- Kenntnisse in Anatomie, Physiologie und Krankheitslehre
- Einfühlungsvermögen und klare Anleitung im Umgang mit Patienten
- Führerschein für Hausbesuche, je nach Stelle
Arbeitsorte
- Physiotherapiepraxen
- Akutkliniken
- Rehabilitationskliniken
- Pflegeheime und Einrichtungen der Eingliederungshilfe
- Sportvereine und Sporteinrichtungen
- Hausbesuche bei Patienten
Ausbildung und Weg hinein
Üblich ist eine dreijährige Vollzeitausbildung an einer staatlich anerkannten Berufsfachschule, die mit der staatlichen Prüfung nach dem Masseur- und Physiotherapeutengesetz endet. Alternativ führt ein Bachelorstudium mit integrierter staatlicher Prüfung in den Beruf. Mit der Erlaubnis der zuständigen Behörde darf die geschützte Berufsbezeichnung geführt werden.
Offene Stellen: Physiotherapeut
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