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Medizinisch-technischer Assistent für Funktionsdiagnostik

Medizinisch-technische Assistenten für Funktionsdiagnostik, seit 2023 Medizinische Technologen für Funktionsdiagnostik, messen und dokumentieren Funktionen von Nervensystem, Herz, Kreislauf, Lunge und Gehör, etwa mit EEG, EMG, Lungenfunktionsprüfung oder Langzeit-EKG. Sie arbeiten am Patienten, auf ärztliche Anforderung hin, vor allem in Klinik-Funktionsabteilungen und Facharztpraxen.

2 offene Stellen für diesen Beruf, Stand heute.

Gehalt

Was der Beruf zahlt

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.800 € 3.250 € 3.600 € 39.000 €
Mit Berufserfahrung 3.200 € 3.700 € 4.100 € 44.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.700 € 4.200 € 4.900 € 50.400 €

Am stärksten hängt das Gehalt vom Arbeitgeber ab: Kommunale und Universitätskliniken zahlen nach TVöD oder TV-L, konfessionelle Häuser nach kirchlichen Arbeitsvertragsrichtlinien, private Klinikketten nach Haustarif, Facharztpraxen meist frei verhandelt und oft darunter. Nacht- und Bereitschaftsdienste, etwa im Schlaflabor, bringen Zuschläge, die in den Werten nicht enthalten sind.

Orientierungswerte, keine amtliche Statistik: abgeleitet aus veröffentlichten Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen, nicht selbst gemessen. Wo ein Tarifvertrag gilt, ist er die genauere Quelle. Wo keiner gilt, entscheiden Praxis oder Träger, Region, Zusatzqualifikationen und das Gespräch – und die Spanne ist dann breiter, als drei Zeilen zeigen können.

Jahresbrutto = 12 × Monatswert, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld und ohne Zuschläge für Nacht-, Wochenend- oder Notdienste – die hängen am Arbeitgeber und am Dienstplan.

Gehalt in den Bundesländern

Der Beruf im Alltag

Was macht ein Medizinisch-technischer Assistent für Funktionsdiagnostik?

Die Arbeit besteht aus Messungen am Patienten, deren Ergebnisse die Ärztin oder der Arzt für die Diagnose braucht. In der Neurologie werden Elektroden für das EEG gesetzt, Nervenleitgeschwindigkeiten gemessen, EMG-Untersuchungen vorbereitet und evozierte Potenziale abgeleitet. In der Kardiologie gehören Ruhe-, Belastungs- und Langzeit-EKG, Langzeit-Blutdruckmessung und die Assistenz bei Echokardiographie oder im Herzkatheterlabor dazu. In der Pneumologie werden Spirometrie, Bodyplethysmographie und Diffusionsmessung durchgeführt, in der HNO Hörtests und Gleichgewichtsprüfungen, in Gefäßabteilungen Doppler- und Duplexuntersuchungen. Im Schlaflabor werden Patienten für die Polysomnographie verkabelt und über Nacht überwacht. Zum Alltag gehören außerdem die Aufklärung und Anleitung der Patienten, das Erkennen von Artefakten, die Qualitätskontrolle der Geräte, die Dokumentation und die Vorauswertung der Kurven. Die Befundung selbst bleibt ärztliche Aufgabe.

Wie wird man Medizinisch-technischer Assistent für Funktionsdiagnostik?

Seit dem 1. Januar 2023 regelt das MT-Berufe-Gesetz die Ausbildung; die neue Berufsbezeichnung lautet Medizinische Technologin oder Medizinischer Technologe für Funktionsdiagnostik. Wer den Abschluss nach altem Recht erworben hat, behält die bisherige Bezeichnung und Erlaubnis. Beide Bezeichnungen sind geschützt, ihre Führung setzt eine staatliche Erlaubnis voraus, und bestimmte Tätigkeiten sind dem Beruf vorbehalten. Die Ausbildung dauert in Vollzeit drei Jahre, verbindet Unterricht an einer staatlich anerkannten Schule mit praktischen Einsätzen in Kliniken und endet mit der staatlichen Prüfung. Nach neuem Recht gibt es eine Ausbildungsvergütung. Schulen gibt es bundesweit nur wenige, oft an Universitätskliniken. Ein Quereinstieg ohne Ausbildung ist für die vorbehaltenen Tätigkeiten nicht möglich; Medizinische Fachangestellte oder Pflegekräfte übernehmen in Funktionsabteilungen zwar einzelne Untersuchungen wie EKG, die volle Berufsbezeichnung erfordert aber die Ausbildung.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf verlangt technisches Verständnis, Sorgfalt und Geduld mit Patienten, die oft ängstlich, schwer krank, kognitiv eingeschränkt oder Kinder sind. Eine EEG-Ableitung bei einem unruhigen Patienten oder eine Lungenfunktionsprüfung, bei der die Mitarbeit stimmen muss, kostet Zeit, während der Terminplan der Abteilung weiterläuft. Bei Belastungstests und im Herzkatheterlabor muss in Notfällen sicher reagiert werden. Die Arbeitszeiten sind in vielen Funktionsabteilungen tagsüber und werktags, im Schlaflabor fallen jedoch regelmäßig Nachtdienste an, in größeren Kliniken auch Bereitschaften für Notfall-EEG oder Herzkatheter. Langes Stehen, das Verkabeln und das Umlagern von Patienten belasten Rücken und Schultern.

Aussichten

Der Beruf ist klein, die Zahl der Absolventen gering, und viele Kliniken suchen dauerhaft Fachkräfte für ihre Funktionsdiagnostik. Die Nachfrage wächst mit dem Bedarf an Schlafmedizin, Kardiologie und neurologischer Diagnostik in einer älter werdenden Bevölkerung. Entwicklungswege führen in die Spezialisierung auf ein Fachgebiet, in die Leitung einer Funktionsabteilung oder eines Schlaflabors, in die Lehre an einer MT-Schule, in die klinische Forschung oder zu Medizintechnik-Herstellern als Applikationsspezialist. Für die Lehre und für Leitungsaufgaben wird zunehmend ein Studium etwa in Medizinpädagogik oder Gesundheitsmanagement erwartet.

Aufgaben

  • EEG ableiten, Nervenleitgeschwindigkeit messen und evozierte Potenziale aufzeichnen
  • Ruhe-, Belastungs- und Langzeit-EKG sowie Langzeit-Blutdruckmessungen durchführen
  • Lungenfunktion mit Spirometrie und Bodyplethysmographie prüfen
  • Patienten im Schlaflabor für die Polysomnographie verkabeln und nachts überwachen
  • Hörtests, Gleichgewichtsprüfungen und Gefäß-Doppleruntersuchungen durchführen
  • bei Echokardiographie und Herzkatheteruntersuchungen assistieren
  • Messkurven auf Artefakte prüfen, vorauswerten und dokumentieren
  • Geräte warten, kalibrieren und die Qualitätskontrolle führen

Voraussetzungen

  • Mittlerer Schulabschluss oder gleichwertige Vorbildung
  • Abgeschlossene dreijährige Ausbildung mit staatlicher Prüfung und Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung
  • Technisches Verständnis und Sorgfalt im Umgang mit Messgeräten
  • Einfühlungsvermögen und Geduld mit ängstlichen oder schwer kranken Patienten
  • Gesundheitliche Eignung, auch für längeres Stehen und Nachtdienste
  • Ruhiges Handeln in Notfallsituationen

Arbeitsorte

  • Funktionsabteilungen in Krankenhäusern und Universitätskliniken
  • Schlaflabore
  • Neurologische, kardiologische, pneumologische und HNO-Facharztpraxen
  • Rehabilitationskliniken
  • Forschungseinrichtungen
  • Medizintechnik-Hersteller

Ausbildung und Weg hinein

Die Ausbildung zur Medizinischen Technologin oder zum Medizinischen Technologen für Funktionsdiagnostik nach dem MT-Berufe-Gesetz dauert in Vollzeit drei Jahre an einer staatlich anerkannten Schule mit praktischen Einsätzen in Kliniken. Sie endet mit der staatlichen Prüfung und der Erlaubnis zur Führung der geschützten Berufsbezeichnung; während der Ausbildung wird eine Vergütung gezahlt.

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