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Ergotherapie

Physiotherapeut / Ergotherapeut

Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten behandeln Menschen, deren Handlungsfähigkeit im Alltag durch Krankheit, Verletzung, Behinderung oder Entwicklungsverzögerung eingeschränkt ist. Sie arbeiten meist auf ärztliche Verordnung in Praxen, Kliniken, Reha-Einrichtungen und psychiatrischen oder pädiatrischen Einrichtungen.

2 offene Stellen für diesen Beruf, Stand heute.

Gehalt

Was der Beruf zahlt

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.850 € 3.200 € 34.200 €
Mit Berufserfahrung 2.800 € 3.200 € 3.600 € 38.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.200 € 3.600 € 4.300 € 43.200 €

Am stärksten hängt das Gehalt am Arbeitgeber: Kliniken im öffentlichen Dienst zahlen nach TVöD oder TV-L, konfessionelle Träger nach kirchlichen Arbeitsvertragsrichtlinien, während Praxen meist nicht tarifgebunden sind und das Gehalt dort an den mit den Krankenkassen vereinbarten Vergütungssätzen und der Zahl der Behandlungen hängt. Leitungsfunktionen und Spezialisierungen wie Handtherapie heben das Gehalt, die eigene Praxis bringt ein unternehmerisches, schwankendes Einkommen.

Orientierungswerte, keine amtliche Statistik: abgeleitet aus veröffentlichten Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen, nicht selbst gemessen. Wo ein Tarifvertrag gilt, ist er die genauere Quelle. Wo keiner gilt, entscheiden Praxis oder Träger, Region, Zusatzqualifikationen und das Gespräch – und die Spanne ist dann breiter, als drei Zeilen zeigen können.

Jahresbrutto = 12 × Monatswert, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld und ohne Zuschläge für Nacht-, Wochenend- oder Notdienste – die hängen am Arbeitgeber und am Dienstplan.

Gehalt in den Bundesländern

Der Beruf im Alltag

Was macht eine Ergotherapeutin oder ein Ergotherapeut?

Im Mittelpunkt steht die Frage, was ein Mensch im Alltag wieder selbst tun kann: sich anziehen, kochen, schreiben, arbeiten, den Tag strukturieren. Behandelt werden Kinder mit Entwicklungs- oder Wahrnehmungsstörungen, Erwachsene nach Schlaganfall oder Handverletzung, Menschen mit Depression, Psychose oder Sucht und ältere Menschen mit Demenz. Die Arbeit beginnt mit einer Befunderhebung und der Vereinbarung von Behandlungszielen. Darauf folgen Einzel- oder Gruppentherapien mit motorisch-funktionellen, sensomotorisch-perzeptiven, psychisch-funktionellen oder hirnleistungsorientierten Verfahren, Training von Alltagstätigkeiten, Handwerk und Spiel als therapeutischem Mittel, die Anpassung von Hilfsmitteln und Schienen sowie die Beratung von Angehörigen. In der Praxis wird überwiegend auf Heilmittelverordnung einer Ärztin oder eines Arztes behandelt; dazu gehören Dokumentation, Therapieberichte und die Abrechnung mit den Krankenkassen. Hausbesuche, etwa in Pflegeheimen oder bei Patienten, die die Praxis nicht erreichen, sind in vielen Praxen fester Bestandteil der Woche.

Wie wird man Ergotherapeutin oder Ergotherapeut?

Der übliche Weg ist eine dreijährige Ausbildung an einer staatlich anerkannten Berufsfachschule nach dem Ergotherapeutengesetz, die mit einer staatlichen Prüfung endet. Danach wird die Erlaubnis zum Führen der geschützten Berufsbezeichnung erteilt. Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss. An privaten Schulen fiel lange Schulgeld an; viele Bundesländer haben es inzwischen abgeschafft oder übernehmen es, die Regelungen unterscheiden sich aber. Daneben gibt es Bachelorstudiengänge, teils als ausbildungsintegrierendes oder primärqualifizierendes Studium, teils als Weiterqualifizierung nach der Ausbildung. Quereinsteiger durchlaufen die reguläre Ausbildung; eine verkürzte Ausbildung ist nur in Ausnahmefällen möglich.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist weniger körperlich als in der Physiotherapie, aber nicht leicht: Transfers von Patienten, Arbeit am Boden mit Kindern und Fahrten zu Hausbesuchen kommen hinzu. Hoch ist die psychische Belastung, vor allem in der Psychiatrie, der Neurologie und der Geriatrie, wo Fortschritte langsam sind oder ausbleiben. In Praxen bestimmt die Taktung den Tag, Behandlungen folgen dicht aufeinander, Absagen bedeuten Einnahmeausfall. Dokumentation und Berichte werden oft zwischen den Terminen oder am Ende des Tages erledigt. Arbeitszeiten liegen meist tagsüber an Werktagen, Praxen bieten häufig auch Termine am späten Nachmittag an. Der Verdienstrahmen ist vergleichsweise eng, viele Praxen sind nicht tarifgebunden.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch, Praxen und Einrichtungen suchen vielerorts länger nach Personal. Gründe sind die alternde Bevölkerung, mehr psychische Erkrankungen und der Bedarf in der Pädiatrie. Fortbildungen etwa in Handtherapie, neurologischen Konzepten oder Sensorischer Integration eröffnen Spezialisierungen. Weitere Wege führen in die Leitung einer Therapieabteilung, in die Lehre an einer Berufsfachschule oder nach einem Studium in Forschung und Management. Mit der Zulassung durch die Krankenkassen ist eine eigene Praxis möglich. Die in der Ergotherapie eingeführte Blankoverordnung, bei der die Therapeutin über Art und Menge der Behandlung mitentscheidet, erweitert die fachliche Verantwortung.

Aufgaben

  • Befund erheben und Behandlungsziele mit Patienten vereinbaren
  • Einzel- und Gruppentherapien nach Heilmittelverordnung durchführen
  • Alltagstätigkeiten wie Waschen, Anziehen oder Kochen trainieren
  • Hirnleistungstraining bei neurologischen Erkrankungen und Demenz anleiten
  • Kinder mit Wahrnehmungs- oder Entwicklungsstörungen behandeln
  • Hilfsmittel auswählen, anpassen und Schienen fertigen
  • Angehörige, Lehrkräfte oder Pflegekräfte beraten
  • Behandlungen dokumentieren und Therapieberichte für Ärzte schreiben

Voraussetzungen

  • Staatliche Prüfung nach dem Ergotherapeutengesetz und Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung
  • Für die Ausbildung in der Regel mittlerer Schulabschluss
  • Geduld und Einfühlungsvermögen im Umgang mit Kindern, psychisch kranken und älteren Menschen
  • Handwerkliches Geschick und Kreativität
  • Körperliche Belastbarkeit für Transfers und Arbeit am Boden
  • Führerschein für Hausbesuche, in vielen Praxen erwartet

Arbeitsorte

  • Ergotherapeutische Praxen
  • Akut- und Rehabilitationskliniken
  • Psychiatrische und psychosomatische Kliniken
  • Kinder- und Jugendeinrichtungen, Frühförderstellen
  • Pflegeheime und Einrichtungen der Eingliederungshilfe
  • Werkstätten für Menschen mit Behinderung

Ausbildung und Weg hinein

Üblich ist eine dreijährige Ausbildung an einer staatlich anerkannten Berufsfachschule, die mit der staatlichen Prüfung nach dem Ergotherapeutengesetz abschließt. Alternativ führen einige Hochschulen über ein Bachelorstudium zum Berufsabschluss, das je nach Modell dreieinhalb bis vier Jahre dauert.

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