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Podologie

Podologe

Podologinnen und Podologen behandeln krankhafte Veränderungen an Füßen und Nägeln, vor allem bei Menschen mit Diabetes und anderen Risikoerkrankungen. Der Beruf ist durch das Podologengesetz geregelt und setzt eine staatliche Prüfung voraus.

2 offene Stellen für diesen Beruf, Stand heute.

Gehalt

Was der Beruf zahlt

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.200 € 2.500 € 2.800 € 30.000 €
Mit Berufserfahrung 2.500 € 2.800 € 3.200 € 33.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.800 € 3.200 € 3.800 € 38.400 €

Die meisten podologischen Praxen sind nicht tarifgebunden; das Gehalt hängt an den Vergütungen, die die Praxis mit den Krankenkassen vereinbart hat, an der Zahl der Behandlungen und am Anteil der Privatleistungen. In Kliniken und Einrichtungen des öffentlichen Dienstes gilt meist der TVöD oder TV-L, bei kirchlichen Trägern die jeweiligen Arbeitsvertragsrichtlinien.

Orientierungswerte, keine amtliche Statistik: abgeleitet aus veröffentlichten Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen, nicht selbst gemessen. Wo ein Tarifvertrag gilt, ist er die genauere Quelle. Wo keiner gilt, entscheiden Praxis oder Träger, Region, Zusatzqualifikationen und das Gespräch – und die Spanne ist dann breiter, als drei Zeilen zeigen können.

Jahresbrutto = 12 × Monatswert, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld und ohne Zuschläge für Nacht-, Wochenend- oder Notdienste – die hängen am Arbeitgeber und am Dienstplan.

Gehalt in den Bundesländern

Der Beruf im Alltag

Was macht ein Podologe?

Podologinnen und Podologen arbeiten direkt am Patienten und behandeln Füße, an denen schon kleine Verletzungen ernste Folgen haben können. Ein großer Teil der Patienten hat ein diabetisches Fußsyndrom, Durchblutungsstörungen oder Nervenschäden. Zum Alltag gehören das Abtragen von Hornhaut und Hühneraugen, das Kürzen und Bearbeiten verdickter oder verpilzter Nägel, die Behandlung eingewachsener Nägel und das Anfertigen von Druckentlastungen aus Silikon oder Filz. Vor jeder Behandlung wird der Fuß untersucht: Haut, Nägel, Fußstellung, Empfindungsfähigkeit. Auffälligkeiten wie Wunden oder Entzündungszeichen werden dokumentiert und an die behandelnde Ärztin oder den Arzt zurückgemeldet. Die podologische Therapie für gesetzlich Versicherte ist ein Heilmittel und wird auf ärztliche Verordnung erbracht; daneben bieten viele Praxen Privatleistungen wie Nagelkorrekturspangen oder Fußpflege für Selbstzahler an. Ein Teil der Termine findet als Hausbesuch in Pflegeheimen oder bei immobilen Patienten statt.

Wie wird man Podologe?

Die Ausbildung ist durch das Podologengesetz geregelt und dauert in Vollzeit zwei Jahre, in Teilzeit länger. Sie findet an Berufsfachschulen statt, verbindet Unterricht in Anatomie, Dermatologie, Krankheitslehre und Hygiene mit praktischer Behandlung und endet mit einer staatlichen Prüfung. Die Berufsbezeichnung Podologin oder Podologe ist geschützt und darf nur mit Erlaubnis geführt werden; das gilt auch für die Bezeichnung medizinische Fußpflegerin oder medizinischer Fußpfleger. Viele Schulen sind privat und verlangen Schulgeld, eine Ausbildungsvergütung gibt es in der Regel nicht. Ob und in welcher Höhe Schulgeld anfällt, unterscheidet sich nach Bundesland und Schule. Wer aus der kosmetischen Fußpflege oder der Pflege kommt, bringt Erfahrung mit, muss aber die vollständige Ausbildung durchlaufen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet überwiegend sitzend in vorgebeugter Haltung statt, oft mit über Stunden konzentrierter Feinarbeit an Instrumenten und Fräsen. Rücken, Nacken und Augen werden stark beansprucht. Beim Fräsen entsteht Schleifstaub, gegen den Absaugung, Mundschutz und Schutzbrille nötig sind; Pilzinfektionen und offene Wunden verlangen strenge Hygiene. Patienten mit Diabetes spüren Verletzungen oft nicht, deshalb erfordert jeder Schnitt Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein. Die Termine sind eng getaktet, Hausbesuche bringen Fahrzeiten und ungünstige Arbeitsbedingungen ohne Behandlungsstuhl mit sich. Abends und am Wochenende wird selten gearbeitet. In vielen Praxen hängt das Einkommen von der Zahl der abrechenbaren Behandlungen ab, und die Praxen sind meist nicht tarifgebunden.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und wächst mit der Zahl älterer Menschen und der Diabeteserkrankungen. In vielen Regionen fehlen Podologinnen und Podologen, Patienten warten lange auf Termine. Die Ausweitung der verordnungsfähigen Indikationen in den vergangenen Jahren hat das Arbeitsfeld vergrößert. Ein häufiger Weg ist die eigene Praxis: Wer gesetzlich Versicherte behandeln will, braucht eine Zulassung der Krankenkassen, die an fachliche und räumliche Voraussetzungen geknüpft ist. Angestellte können sich in der Wundversorgung, der Nagelkorrektur oder der Arbeit in Fußambulanzen und Diabeteszentren spezialisieren oder Leitungsaufgaben in größeren Praxen übernehmen. Daneben gibt es Tätigkeiten als Lehrkraft an Podologieschulen und vereinzelt Studiengänge, die auf die Ausbildung aufbauen.

Aufgaben

  • Füße auf Haut- und Nagelveränderungen, Fehlstellungen und Empfindungsstörungen untersuchen
  • Hornhaut, Schwielen und Hühneraugen schonend abtragen
  • Verdickte, verpilzte und eingewachsene Nägel behandeln
  • Nagelkorrekturspangen anpassen und setzen
  • Druckentlastungen und Orthosen aus Silikon oder Filz anfertigen
  • Patienten zu Fußpflege, Schuhwerk und Vorbeugung beraten
  • Befunde dokumentieren und an Ärztinnen und Ärzte zurückmelden
  • Hausbesuche in Pflegeheimen und bei immobilen Patienten durchführen

Voraussetzungen

  • Mittlerer Schulabschluss oder Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung
  • Staatliche Prüfung nach dem Podologengesetz und Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung
  • Gesundheitliche Eignung für den Beruf
  • Feinmotorik, ruhige Hand und gutes Sehvermögen
  • Belastbarkeit für längeres Arbeiten in vorgebeugter Sitzhaltung
  • Sorgfalt im Umgang mit Hygiene und Infektionsschutz
  • Einfühlungsvermögen im Umgang mit älteren und chronisch kranken Menschen

Arbeitsorte

  • Podologische Praxen
  • Diabeteszentren und Fußambulanzen
  • Kliniken und Rehakliniken
  • Pflegeheime im Rahmen von Hausbesuchen
  • Praxen für Physiotherapie mit podologischem Angebot
  • Sanitätshäuser und orthopädische Schuhtechnik

Ausbildung und Weg hinein

Die Ausbildung nach dem Podologengesetz dauert in Vollzeit zwei Jahre an einer Berufsfachschule und endet mit einer staatlichen Prüfung. An vielen Schulen fällt Schulgeld an, eine Ausbildungsvergütung wird meist nicht gezahlt.

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